Bauphysik

Aus der Gutachterpraxis: Bauphysik im Härtetest

Hygrothermische Simulation: Wenn Standardberechnungen versagen

Bei komplexen Dachaufbauten reicht der bloße Blick auf Norm-Tabellen oft nicht aus. Ein aktuelles Gutachten an einem unbelüfteten Flachdach in Holzbauweise belegt, warum moderne Simulationsverfahren unverzichtbar sind, um langfristige Bauschäden zu vermeiden oder gerichtlich belastbar nachzuweisen.

Ermittlung der Kernfeuchte (33,9 M-%) in einem massiven Deckenbalken eines Steildachs mittels Hydromette HB 30 zur Feststellung von Fäulnisrisiken in Bergisch Gladbach.

Hinweis: Beispielbild ohne Bezug zu dem Fall.

Hygrothermische Simulation mit WUFI: Das Diagramm zeigt den über Jahre ansteigenden Wassergehalt in der Dachkonstruktion, der den rechnerischen Nachweis des Bauversagens liefert.
Auswertung nach WTA-Merkblatt 6-8-16/D: Die rote Linie zeigt die Überschreitung der zulässigen Porenluftfeuchte im Holz, was akute Fäulnisgefahr beweist.

Das physikalische Problem: Untersucht wurde eine als „Sonderkonstruktion“ (Typ III nach Informationsdienst HOLZ) eingestufte Bauweise: Eine vollgedämmte Holzkonstruktion mit beidseitig diffusionsdichten Schichten.

  • Die Falle: Außen lag eine alte Bitumenbahn plus eine neue Kunststoffbahn ($s_d$-Wert ca. 400 m). Innen eine Dampfbremse.

  • Das Risiko: Feuchtigkeit, die durch Konvektion (Luftundichtigkeiten) eindringt, kann nicht mehr austrocknen.

Analyse-Tiefe: Glaser vs. Simulation

Als Sachverständiger verlasse ich mich nicht auf einfache Schätzungen. Der Vergleich der Rechenverfahren im Gutachten zeigt die Diskrepanz:

Diskrepanz:

  1. Das Glaser-Verfahren (Perioden-Bilanz): Zeigte bereits eine mangelhafte Trocknungsreserve von nur 106 g/(m²·a) anstelle der nach DIN 68800-2 geforderten 250 g/(m²·a).

  2. Die WUFI®-Simulation (Hygrothermik): Die detaillierte Simulation über mehrere Jahre bewies, dass der Gesamtwassergehalt in der Konstruktion kontinuierlich ansteigt.

  3. Porenluftfeuchte: Die Auswertung nach WTA-Merkblatt 6-8-16/D belegte, dass die kritische Grenzfeuchte für Holzfäule signifikant überschritten wird.

Das Fazit des Sachverständigen: Ohne einen hygrothermischen Nachweis nach DIN 4108-3 sind derartige Holzkonstruktionen ein unkalkulierbares Risiko. Meine Gutachten liefern Ihnen durch den Einsatz modernster Simulationssoftware (WUFI) den mathematischen Beweis für die (Nicht-)Funktionstauglichkeit eines Dachaufbaus – schwarz auf weiß, noch bevor das Holz vollständig versagt.

Das Fazit des Sachverständigen: Ohne einen hygrothermischen Nachweis nach DIN 4108-3 sind derartige Holzkonstruktionen ein unkalkulierbares Risiko. Im Rahmen unserer bauphysikalischen Begutachtung erstellen wir daher präzise Nachweise nach DIN 4108-3, um genau diese Planungssicherheit zu gewährleisten. Meine Gutachten liefern Ihnen durch den Einsatz modernster Simulationssoftware (WUFI) den mathematischen Beweis für die (Nicht-)Funktionstauglichkeit eines Dachaufbaus – schwarz auf weiß, noch bevor das Holz vollständig versagt.