Luftdichtheit
Fallstudie Steildach: Wenn mangelnde Luftdichtheit zum Sanierungsfall führt
Hinweis: Beispielbild ohne Bezug zu dem Fall.
Hinweis: Beispielbild ohne Bezug zu dem Fall.
Ein energetisch sanierter Dachausbau soll Behaglichkeit schaffen und Heizkosten sparen. Doch ein aktueller Fall zeigt, wie eine unsachgemäße Ausführung der Luftdichtheitsebene das Gegenteil bewirkt: Feuchtigkeitsschäden an der Innenseite, die erst bei Tauwetter sichtbar wurden.
Die Analyse:
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Befund: Trotz Verwendung hochwertiger Dampfsperrbahnen traten Wasserflecken an der Innenbekleidung auf.
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Die Ursache: Bei der Begutachtung wurden massive Fehlstellen im Anschlussbereich der Kehlbalken, Mittelpfetten und am Kamin festgestellt. Die Folie war nicht durchlaufend verlegt und nur lückenhaft verklebt.
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Das physikalische Problem: Warme, feuchte Innenraumluft strömte durch diese Leckagen ungehindert in den kalten Dachaufbau (Wasserdampfkonvektion).
Fachtechnischer Hintergrund: Wasserdampfkonvektion ist deutlich gefährlicher als Wasserdampfdiffusion. Während Diffusion ein langsamer Prozess durch das Material ist, transportiert Konvektion über aktive Luftströme in kürzester Zeit enorme Mengen Feuchtigkeit in die Konstruktion. Sobald die Sättigungsgrenze an kalten Bauteilen erreicht wird, fällt Tauwasser aus. Die Folgen sind:
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Durchfeuchtung der Wärmedämmung (Verlust der Dämmwirkung)
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Gefahr von Holzfäule und Pilzbefall an der Tragkonstruktion.
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Energieverlust durch unkontrollierten Luftaustausch.
Das Fazit des Sachverständigen: Die Luftdichtheitsebene muss gemäß DIN 4108-7 und GEG dauerhaft luftundurchlässig und werkstoffgerecht angeschlossen sein. Im vorliegenden Fall ist die Funktionstauglichkeit nicht gegeben; nur eine großflächige Freilegung und fachgerechte Neuinstallation kann den Schaden dauerhaft beheben.





